Wie ist ein E-Bass aufgebaut?

Damit Du Dich im Rahmen des Unterrichts, beim Intrumentenkauf oder auch unter Gleichgesinnten über das Instrument unterhalten kannst, ist es wichtig, die einzelnen Teile des E-Bass und ihre Funktion zu kennen. Da die ersten elektrischen Instrumente in den USA entwickelt wurden, haben sich auch im deutschsprachigen Raum englische Namen für die Einzelteile eingebürgert, die ich hier in Klammern angebe.

E-bass-Bauteile-und-Aufbau
Der Aufbau eines E-Bass und die Einzelbauteile

 

Die zwei Hauptteile sind Hals und Korpus, aber auf diesen finden viele weitere Teile platz. Fangen wir also einfach mal „oben“ an:

Der Hals des E-Bass:

  • Der Hals (Neck) ist für rechtshändige Spieler der Spielplatz der linken Hand. Hier ist es notwendig, einige weitere Unterscheidungen zu machen und ein paar weitere Begriffe einzuführen: Auf dem eigentlichen Hals befindet sich das Griffbrett (1) (Fretboard) mit den Bünden. Zudem gibt es als Spielhilfen und Orientierung auf dem Griffbrett beziehungsweise auf der Griffbrettseite eingelassene Punkte oder Verziehrungen (Sidedots, Positionmarkers, Inlays). Hals und Griffbrett bestehen aus zähen und harten Hölzern, als Halsmaterial trifft man häufig Ahorn (Maple) an, für das Griffbrett werden neben Ahorn gerne Palisander (Rosewood) oder Ebenholz (Ebony) verwendet, wobei es auch viele Modelle gibt, bei denen exotischere Materialien verwendet werden. Das Halsmaterial ist klangentscheidend, das Halsprofil ist entscheidend für den Komfort und die Bequemlichkeit der linken Hand.
  • Der Kopf  (2) (Headstock) oder auch die Kopfplatte ist für viele Firmen das Markenzeichen, das entsprechend in seiner Form markenrechtlich geschützt ist. Mit ein wenig Übung erkennt man daran aus der Ferne schon den Hersteller, manchmal sogar das Modell. Dort findet man in der Regel das Firmenlogo, die Modellbezeichnung, häufig auch Herstellungsland und Seriennummer. Der praktische Nutzen der Kopfplatte liegt darin, dass sie die Mechaniken trägt, häufig findet sich auf ihr auch der Zugang zum Halsspannstab.
  • Die Mechaniken (3) (Tuner) halten das obere Ende der Saiten und ermöglichen es über den Stimmflügel, die Saite zu stimmen.
  • Der Spannstab (Trussrod) ist ein Metallstab im Inneren des Halses, der dem Saitenzug entgegen wirken soll und so dafür sorgt, dass der Hals möglichst gerade ist. Wir werden in einem Artikel darüber, wie man sein Instrument einstellt, genauer auf ihn eingehen.
  • Der Sattel (4) (Nut) sorgt für die Führung der Saiten. Er besteht bei günstigen Modellen aus Plastik, bei hochwertigeren aus Knochen, Messing oder Spezialkunststoff.
  • Die Bünde (5) (Frets) sind auf dem Griffbrett eingelassen und geben die einzelnen Töne vor. Diese Bünde gaben dem ersten elektrischen Bass den Namen „Precision Bass“, da sie im Gegensatz zum bundlosen Kontrabass eine präzise Intonation ermöglichten. Sie bestehen aus harten Metallen wie Messing oder Edelstahl und bestimmen über ihre Form maßgeblich das Spielgefühl. Es gibt als Besonderheit auch heute noch bundlose (fretless) Bässe, bei denen die Bundpositionen entweder nur mit Linien oder auch gar nicht gekennzeichnet sind. Hier ist der Spieler auf ein gutes Gehör angewiesen, um korrekt spielen zu können.
  • Die Saiten (Strings) sind die eigentlichen Klangerzeuger des Instrumentes. Entscheidend ist zum ersten die Mensur (Scale), also die gesamte Länge der schwingenden Saite. Als normal hat sich eine Mensur von 34“ (Zoll) oder 866 mm (Long Scale) eingebürgert, es gibt aber längere und, für Anfänger in jüngeren Jahren nicht uninteressant, kürzere Mensuren (Medium Scale, Short Scale). Da es bei der eigentlichen Saite ein ganzes Universum an Konstruktionen und Materialien gibt, kann man viel Zeit und Geld bei der Suche nach der richtigen Saite für sich und sein Instrument investieren, wir werden die Saite also in einem gesonderten Artikel behandeln. Die häufigste Bauform für den Bass sind 4-Saiter, normalerweise gestimmt in (von der dicksten und tiefsten Saite zur dünnsten und höchsten) E-A-D-G, aber es gibt auch häufig 5-Saiter, die dann eine weitere tiefe Saite haben (gestimmt in B-E-A-D-G), 6-Saiter und vieles mehr. Für die meiste Musik reicht ein 4-Saiter aus, 5-Saiter sollte man erst mit ein bischen Erfahrung kaufen, da hier schon ein paar physikalische Besonderheiten die Nutzbarkeit der tiefsten Saite einschränken können.
  • Der Hals-Korpus-Übergang (6) ist ein für das ganze Instrument entscheidender Punkt. Hier wird die Tonansprache entschieden und dieser Punkt sollte daher beim Instrumentenkauf besondere Beachtung erfahren. Es gibt drei Konstruktionsvarianten, die sich unterscheiden lassen: der eingeschraubte Hals (Bolt-On), der eingeklebte Hals (Set-Neck) und der durchgehende Hals (Neck Through). Beim Thema Instrumentenkauf werden wir auf diesen Punkt genauer betrachten.

Der Korpus vom E-Bass

  • Der Korpus (Body) ist der zweite große Teil des Instrumentes und Tummelplatz der rechten Hand. Er besteht in der Regel aus Holz, gerne verwendet werden Erle (Alder), Esche (Ash) oder Mahagoni (Mahogany), wobei es unzählige weitere Möglichkeiten gibt. Der Korpus entscheidet mit seiner Form maßgeblich über den Spielkomfort, also ob der Bass gut vor dem Körper hängt oder ob Kanten auf die Rippen oder den Unterarm drücken. Zudem trägt er viele wichtige Elemente:
  • Die Gurtaufhängung (7) (Straplocks) oder auch Gurtpins. Wofür die wohl gut sind…
  • Das Schlagbrett (Pickguard) hatte eigentlich die Funktion, den Lack des Korpus bei aggressivem Plektrumspiel zu schützen, häufig ist die Funktion allerdings eher eine dekorative, manchmal ist auch die Elektronik hier angebracht.
  • Die Tonabnehmer (8) (Pickups, kurz auch PUs) sind praktisch das Herz des Instruments wie die Saiten die Seele sind. Sie wandeln über einen Magnet und eine Spule die Schwingung der Saite in einen elektrischen Impuls um, der vom Verstärker wieder in Schall umgewandelt wird. Hier gibt es verschiedene Bauformen, die ich im Artikel über den Instrumentenkauf näher erläutern werde. Es gibt Singlecoils (Einspulige Pickups mit sehr feinzeichnendem Ton, aber hoher Empfindlichkeit gegenüber elektrischen Feldern wie beispielsweise Neonröhren), Splitcoils (eine Art Humbucker) und Humbucker (Zweispulige Tonabnehmer, die sehr unempfindlich gegen Störgeräusche sind und einen sehr fetten Ton ergeben). All diese Bauformen haben ihre Vor- und Nachteile und entsprechend ihre Liebhaber.
  • Die Elektronik (9) mit ihren Potis und Schaltern verwaltet die Pickups und formt den Sound. Es gibt passive Elektroniken, die meist einfach aus einem Lautstärkeregler pro Pickup und einer Tonblende bestehen und ausgefuchste aktive Elektroniken, die darüber hinaus einen mehrbandigen Equalizer bieten und zum Funktionieren eine Batterie benötigen.
  • Die Brücke (Bridge) ist das Gegenstück zu Sattel und Mechaniken. Hier werden die Saiten eingehängt und die Oktavreinheit eingestellt. Dieses Teil werden wir im Artikel über das Einstellen des Instrumentes genau unter die Lupe nehmen.